Bericht der afz
(allgemeine deutsche fleischerzeitung):

Nr.: 66, Samtag 19.August 1989

Sprung in die Selbständigkeit gelungen:
Ein Schmuckstück der Schinkenproduktion


Afz/wr, Börger-Emsland. Vor gut 10 Jahren wagte Fleischermeister Gerhard Schwarte den Sprung in die Selbständigkeit und gründete im Emsland einen fleischereigewerblichen Spezialbetrieb, der ausschließlich auf die Schinkenproduktion ausgerichtet ist.

Heute ist dieser Betrieb, nachdem sich Gerhard Schwarte von einem in den beiden Anfangsjahren beteiligten Gesellschafter getrennt hat, im emsländischen Börger etabliert und firmiert dort unter dem Namen „Herrenholzer Schinken GmbH“.
Der Betrieb in rotem Ziegelmauerwerk wurde 1984 gebaut und 1987 erweitert. Der positive äußere Eindruck wird in den Betriebsräumen fortgesetzt, wobei insbesondere der hygienische Status hervorsticht.
Für die Schinkenherstellung werden von Schlachtbetrieben der näheren Umgebung Schlegel bezogen, die dann – außer für Knochenschinken – ausgelöst und für die diversen Schinkensorten zugeschnitten werden.
Bei den angelieferten Rohlingen wird Stück für Stück der ph-Wert gemessen und besonders auf eine gleichbleibende Qualität hinsichtlich des Fett- und Magerfleischverhältnisses geachtet. Die Schinken werden dann nach verschiedenen Rezepturen, je nachdem, welches Endprodukt daraus entstehen soll, hinsichtlich Salzung, Würzung und Räucherung verarbeitet und dann meist in ganzen Stücken vakuum verpackt.


Abstazgebiete für die Schinken sind überwiegend der nordwestdeutsche Raum und das Ruhrgebiet, aber auch in Frankreich, Luxemburg und Holland werden Kunden bedient.


Der harte Wettbewerb zwingt zu äußerster Kalkulation. Hierbei kommt es zustatten, daß drei Söhne sowohl eine Metzgerlehre mit Meisterprüfung abgeschlossen als auch Betriebswirtschaft studiert haben. Ein Kleincomputer steht zur Verfügung, mit dem sowohl das Liefergeschäft als auch die warenwirtschaftlichen Daten erfaßt und überwacht werden. Dabei ist es von großem Vorteil, daß Softwareprobleme von den eigenen Familienangehörigen gelöst erden können, zumal auch die Chefin, Karolina Schwarte aus einem kaufmännischen Beruf kommt.
Ein in das Betriebsgebäude integrierter Laden dient sowohl der Warenpräsentation der über 30 verschiedenen Schinkensorten als auch dem Direktverkauf an Kunden aus der näheren Umgebung.


25 Arbeitskräfte sind in dem Unternehmen meist schon viele Jahre beschäftigt. Angeregt durch verschiedene Berichte in der afz, hat Gerhard Schwarte die Energieversorgung seines Unternehmens seit einiger Zeit umgestellt und erzeugt den größten Teil des benötigen Stroms durch ein acutec Blockheizkraftwerk.




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